Restlos zufrieden
So sparen Pflegeeinrichtungen Lebensmittelabfälle und Kosten

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Jedes Jahr landen in Deutschland ca. 11 Millionen Tonnen Lebensmittel im Müll. Beinahe jedes dritte produzierte Lebensmittel wird weggeworfen. Nicht nur in Privathaushalten, sondern auch in der Gemeinschaftsverpflegung fällt ein wesentlicher Anteil an.
Aus diesem Grund hat das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft die Aktionswoche "Gemeinsam Lebensmittel retten - Zu gut für die Tonne!" gestartet. Im Oktober 2024 ging es konkret um Tipps und Tricks rund um das Lagern von Einkäufen und die Verwertung von Resten.
Das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Bayreuth-Münchberg hat das Thema zusammen mit der Stadt Bayreuth im Rahmen eines Workshops mit dem Titel "Restlos zufrieden! - So sparen Pflegeeinrichtungen Lebensmittelabfälle und Kosten" aufgegriffen. "Pro Kopf und Jahr werden knapp eine halbe Tonne Treibhausgase aufgrund von Lebensmittelverschwendung produziert. Das sind 4 % der jährlichen Gesamtemissionen in Deutschland", so Kirstin Köhler vom Klimaschutzmanagement der Stadt Bayreuth. Für die einzelnen Einrichtungen aus der Gemeinschaftsverpflegung hätte die Reduzierung von Lebensmittelverschwendung noch weitere Vorteile: Die Kosten für Lebensmittel, Arbeitskräfte und Entsorgung ließen sich senken. Es wäre möglich, die neu gewonnenen Ressourcen in eine nachhaltige Verpflegung zu investieren, z. B. in den Einkauf von ökologischen und regionalen Lebensmitteln.
Steffen Schelle, Referent und Hauwirtschaftsleiter im Caritas Alten- und Pflegeheim St. Martin in Bayreuth, stellte den Workshopteilnehmern sein Projekt "Einsparen von Lebensmittelabfällen" vor. Anhand von praktischen Beispielen erläuterte er den Ablauf des Projektes: von den ersten Gesprächen im Team bis hin zum Wiegen der Speiseresteabfälle und die darauffolgenden Maßnahmen zur Eindämmung der Überproduktion.
Ganz nach dem Motto "Gemeinsam Lebensmittel retten" wurden im Rahmen der Veranstaltung viele umsetzungsorientierte Maßnahmen erarbeitet, die sowohl für die Gemeinschaftsverpflegung als auch für Privathaushalte umsetzbar sind. Das beginnt bereits beim Einkauf. Eine gute Planung und richtige Lagerung sind also von Bedeutung. Genauso wie kreative Rezepte, um Reste zu verwerten: Obstreste ergeben einen leckeren Smoothie oder angeschnittenes Gemüse sowie Fleischreste machen sich sehr gut in einer Nudelpfanne. Auch Einfrieren oder Einkochen können Lebensmittel retten.
Schelle betonte zuletzt, dass es wichtig sei, Lösungsansätze zu überdenken und Alltagsroutinen kontinuierlich zu hinterfragen. So gilt es, sich regelmäßig den folgenden Fragen zu stellen: Wo entstehen Lebensmittelabfälle und welche Maßnahmen können diese dauerhaft reduzieren? Denn schon kleine Schritte liefern einen wertvollen Beitrag für ein ressourcenschonendes Handeln.
Wenn Sie weitere Informationen zum Thema Vermeidung von Lebensmittelverschwendung in der Gemeinschaftsverpflegung erhalten möchten, melden Sie sich gerne unverbindlich an