Musterbestände zum Waldumbau
Musterbestände zum Thema Voranbau von Tanne und Buche

Der Voranbau von Tanne und Buche in Nadelholzbeständen ist eine der besten Vorsorgemaßnahmen vor dem Generationswechsel.
Bei durchforsteten Beständen können diese Schattbaumarten bereits heranwachsen, bevor der Altbestand geerntet wird bzw. geerntet werden muss. Es entstehen keine Kahlflächen mit ihren vielen Herausforderungen bei der Wiederaufforstung.
Weidensees – Kleine Fläche, Große Wirkung – Tannenvoranbau in Tallagen
Ausgangslage
Die Ausgangssituation ist ein Fichtenbestand kurz vor Hiebsreife.
Waldbesitzer
Stadt Betzenstein
Maßnahmenbeschreibung
Der Anbau der Baumart Tanne wurde auf einer Waldfläche von 0,1 Hektar (ha) mittels Voranbau realisiert. Auch kleine Waldparzellen eignen sich dafür, wie hier in einem kühl-feuchten und gut wasserversorgtem Talgrund der Fränkischen Schweiz. Eine sorgfältige Prüfung und Einwertung des kleinräumigen Standortes ist für diesen gelungenen Waldumbau entscheidend. In einem etwa 60 bis 80 Jahre alten Fichtenbestand haben sich auf gut 0,1 ha Fläche zahlreiche Weißtannen gut etabliert. Vor der Pflanzung wurden gezielt einzelne Fichten entnommen. So kommt gerade genug Niederschlag und Licht auf den Boden, um das Wachstum der zu pflanzenden Tanne zu garantieren. Sie wurden bewusst unter die Alt-Fichten gepflanzt und wachsen nun in einer zweiten Bestandes-Schicht heran. Dieses Verfahren nennt man Voranbau. Die Tanne kommt zu Beginn mit vergleichsweise wenig Licht zurecht. So hat sie einen Vorsprung vor Fichten aus Naturverjüngung. Bevor Schäden durch Sturm oder Insekten Waldbesitzende dazu drängen die Fichten zu ernten und dadurch möglicherweise Kahlflächen entstehen, wurde hier mit der klima-toleranteren Baumart Tanne gut vorgesorgt.
Fallen die Alt-Fichten zukünftig aus, ist das Risiko, dass der gesamte Waldbestand zur Kahlfläche wird, sehr gering. Zum Schutz vor Rehwildverbiss wurde um die einzelnen Tannen ein Maschendrahtgeflecht, auch Drahthose oder Einzelschutz genannt, angebracht.
Fallen die Alt-Fichten zukünftig aus, ist das Risiko, dass der gesamte Waldbestand zur Kahlfläche wird, sehr gering. Zum Schutz vor Rehwildverbiss wurde um die einzelnen Tannen ein Maschendrahtgeflecht, auch Drahthose oder Einzelschutz genannt, angebracht.
Fallen die Alt-Fichten zukünftig aus, ist das Risiko, dass der gesamte Waldbestand zur Kahlfläche wird, sehr gering. Zum Schutz vor Rehwildverbiss wurde um die einzelnen Tannen ein Maschendrahtgeflecht, auch Drahthose oder Einzelschutz genannt, angebracht.
Maßnahmenlogbuch
- Holzernte 2001: Der Kronenschirm wird für den Voranbau mit Tanne aufgelichtet
- Pflanzung 2012: 175 Weißtannen mit Drahthosen als Einzelschutz
- Förderung: 200 € für Voranbau (entspricht 1,15 € pro Pflanze)
Besonderheiten
Forstwirtschaft ist etwas für Klein und Groß
Die Tannen wurden von den Schülerinnen und Schülern der Grundschule Betzenstein-Plech gepflanzt. Die Kinder zeigten bei dieser Aktion besonders viel Geschick beim Pflanzen und Freude am Wald: Fast jede Tanne ist gut angewachsen
Kleine Fläche, Große Wirkung!
Der Voranbau ist ein geeignetes Instrument um auch kleine Waldparzellen, wie hier 0,1 ha, klimagerecht zu bewirtschaften.
Standortwahl Tanne
Das Anbaurisiko der Tanne, die eine gute Wasserversorgung braucht, ist im Jahr 2100 aufgrund der sinkenden Niederschläge mit einem erhöhten Anbaurisiko behaftet. Nicht großflächig, aber in kühl-feuchten Talgründen der Fränkischen Schweiz ist der Anbau von Tanne gut möglich. Eine sorgfältige Prüfung des Standorts (Lage, Boden, Klima) ist für die richtige Baumartenwahl immer entscheidend.
Zukünftige Maßnahmen
In den nächsten 5 Jahren heißt es vor allem „wachsen lassen“. Sind die Fichten hiebsreif, können sie geerntet werden. Der Übergang zwischen den beiden Waldgenerationen wird verkürzt. Wenn die Fichten geerntet werden, haben sich die Tannen bereits etabliert.
Lageplan und Anfahrtsbeschreibung
Von der Autobahnausfahrt 45 (A 9 Weidensees) aus auf der BT 32 in Richtung Weidensees fahren. Am Ortseingang Weidensees den Feld-/Waldweg auf der rechten Seite nehmen und den PKW abstellen. Von dort aus zu Fuß ca. 1 km den Feld-/Waldweg geradeaus in den Wald bis zum offenen Talgrund folgen (Grenze Wald/Wiese). Der Bestand befindet sich auf der linken Seite.
Pottenstein - Vom Fichtenwald zum Buchen- Mischwald mit Tanne
Ausgangslage
Die Ausgangssituation ist ein etwa 60- bis 80-jähriger Fichten Bestand.
Waldbesitzer
Stadt Pottenstein
Maßnahmenbeschreibung
VORANBAU: Bevor möglicherweise Schäden Waldbesitzende dazu drängen die alten Fichten zu ernten und dadurch Kahlflächen entstehen, wurden die klima-toleranteren Baumarten Rotbuche und Weißtanne gepflanzt und der Generationenwechsel frühzeitig eingeleitet.
Außerdem wurden kleinflächig Laubbäume wie Elsbeere, Kirsche und Spitzahorn in eine Lücke, die durch Borkenkäferbefall entstanden ist, gepflanzt. So wurde die Baumartenvielfalt zusätzlich erweitert.
Außerdem wurden kleinflächig Laubbäume wie Elsbeere, Kirsche und Spitzahorn in eine Lücke, die durch Borkenkäferbefall entstanden ist, gepflanzt. So wurde die Baumartenvielfalt zusätzlich erweitert.
Maßnahmenlogbuch
- 2001 Durchforstung mit Kronenpflege im Altbestand: planmäßig Holzernte, um den Kronenschirm zurückzunehmen und so Licht für die geplanten Voranbau mit Buche und Tanne durchzulassen.
- 2002 Voranbau: Pflanzung von 200 Weißtannen in Lichtschächten
- 2003 Borkenkäferaufarbeitung in geringem Umfang
- 2008 Sturmholzaufarbeitung in geringem Umfang
- 2010 Durchforstung mit Kronenpflege
- 2010/2011 Voranbau: Pflanzung von Buche 3.000 Stück/ha, Pflanzverband 2 x 1,5 Meter
- Förderung: Voranbau 4.000 €/ha
Besonderheiten
Neben den Sämlingen der Altbäume, bestehend aus Fichte, Vogelbeere und Birke, wachsen mit den gepflanzten Buchen und Tannen fünf Baumarten in einem Bestand. Es ist eine breite Baumartenpalette entstanden. Fällt zukünftig eine Baumart aus, ist das Risiko, dass der gesamte Waldbestand zur Kahlfläche wird, nun noch sehr gering.
Die Prognose für das Anbaurisiko der Tanne im Jahr 2100 ist aufgrund der Wasserversorgung als hoch bewertet worden. Deshalb wurde darauf geachtet, dass sie an feuchte Orte (Unterhang) eingebracht wurde. Außerdem wird der Anteil der Tanne unter 20% bleiben, sodass keine großen Reinbestände entstehen.
Die Prognose für das Anbaurisiko der Tanne im Jahr 2100 ist aufgrund der Wasserversorgung als hoch bewertet worden. Deshalb wurde darauf geachtet, dass sie an feuchte Orte (Unterhang) eingebracht wurde. Außerdem wird der Anteil der Tanne unter 20% bleiben, sodass keine großen Reinbestände entstehen.
Zukünftige Maßnahmen
Unter den Kronen der etwa 70- bis 90-jährigen Fichten haben sich die gepflanzten Buchen und Tannen gut etabliert. Sie wachsen in einer zweiten Bestandes-Schicht heran, während gleichzeitig die Fichten darüber noch weiterwachsen und ausreifen können.
Sind Fichten hiebsreif, können sie nach und nach geerntet werden. So gelangt auch mehr Licht zu den Buchen und Tannen, damit diese gut heranwachsen können.
Sind Fichten hiebsreif, können sie nach und nach geerntet werden. So gelangt auch mehr Licht zu den Buchen und Tannen, damit diese gut heranwachsen können.
Lageplan und Anfahrtsbeschreibung
Von Siegmannsbrunn aus auf der St 2685 in Richtung Gößweinstein fahren. Beim zweiten Feld-/Waldweg auf der rechten Seite (Rettungspunkt BT-L2053) das Fahrzeug abstellen (Weg nicht blockieren!) Von dort aus zu Fuß weiter auf dem Waldweg. An der ersten Kreuzung rechts halten. Die nächsten beiden Kreuzungen gerade überqueren. Der Musterbestand befindet sich auf der linken Seite.
Kaltenthal – vom Kiefernwald zum Buchenwald
Ausgangslage
Die Ausgangssituation ist ein für die Gegend typischer Kiefern-Altbestand im Alter von 60 bis 80 Jahren.
Waldbesitzer
Gerhard Gradl
Maßnahmenbeschreibung
Auf ungefähr 0,5 ha wird der Kiefernwald zu einem Buchenbestand umgebaut.
Die Buche eignet sich für eine solche Maßnahme besonders gut, da sie auch mit der Beschattung durch die Kiefern gut zurechtkommt. Zudem kann sie bei den örtlichen Bodenverhältnissen, einem sandigen Lehm, zukünftig gut wachsen.
Es wurden zunächst zahlreiche stärkere Kiefern geerntet, um genügend Licht für die Buche zu schaffen. Die übrigen Kiefern können weiter an Stammumfang zulegen, während unter ihnen die Buche heranwächst. Dadurch ist ein zweischichtiger Waldbestand entstanden.
Die Buche eignet sich für eine solche Maßnahme besonders gut, da sie auch mit der Beschattung durch die Kiefern gut zurechtkommt. Zudem kann sie bei den örtlichen Bodenverhältnissen, einem sandigen Lehm, zukünftig gut wachsen.
Es wurden zunächst zahlreiche stärkere Kiefern geerntet, um genügend Licht für die Buche zu schaffen. Die übrigen Kiefern können weiter an Stammumfang zulegen, während unter ihnen die Buche heranwächst. Dadurch ist ein zweischichtiger Waldbestand entstanden.
Maßnahmenlogbuch
- 2007 Durchforstung: Nutzung der starken Kiefern im Altbestand
- 2009 Pflanzung: 2.200 Buchen, Pflanzverband 1,5 x 1,5 Meter, Einzäunung der Kultur
- Förderung: Wiederaufforstung 5.000 €/ha
Besonderheiten
Kiefern-Überhalt-Betrieb
Einzelne über den gepflanzten Buchen stehende Kiefern können noch lange weiterwachsen, da genügend Licht für die Buchen bleibt. In der Forstwirtschaft bezeichnet man diese Bewirtschaftungsform auch „Überhalt-Betrieb“. Kiefern können weiter in Ihrem Stammumfang – und damit an Wert – zulegen, gleichzeitig kann der nachfolgende Buchenbestand im Schutz der Alt-Kiefern aufwachsen und die Altbäume haben einen hohen Naturschutzwert.
Basenpumpe Laubholz
Nicht nur Kiefern wachsen auf sandigen Böden, sondern auch Laubhölzer. Dabei verbessern sie den Nährstoffgehalt der Böden. Oftmals sind Böden unter Nadelholzbeständen versauert. Das herabfallende Laub holt Nährstoffe aus tieferen Bodenschichten an die Oberfläche und erhöht den ph-Wert.
Buche und Eiche auf Sand
Der hier vorgestellte Bestand ist der erste seiner „Art“ östlich von Kaltenthal. In den umliegenden Wäldern sind zudem immer wieder junge Eichen zu finden, die vom Eichelhäher gesät wurden. Beide Baumarten sind auf dem Eisensandstein wüchsig und zugleich gegen Hitze und Trockenheit klimastabil.
Zukünftige Maßnahmen
Der Übergang zwischen den beiden Waldgenerationen wird verkürzt. Wenn die Kiefern geerntet werden, ist der Buchenwald bereits etabliert.
In den nächsten 10 Jahren heißt es vor allem „wachsen lassen“. Sind die Kiefern hiefbsreif, können sie geerntet werden. In der Buchen- „Schicht“ sollte nach der Hiebsmaßnahme eine Pflege stattfinden.
In den nächsten 10 Jahren heißt es vor allem „wachsen lassen“. Sind die Kiefern hiefbsreif, können sie geerntet werden. In der Buchen- „Schicht“ sollte nach der Hiebsmaßnahme eine Pflege stattfinden.
Lageplan und Anfahrtbeschreibung
In Kaltenthal parken, beim Ortsausgang Richtung Lehm links zwischen den letzten beiden Häusern abbiegen, weiter auf den Feld-/Waldweg gehen und diesem hangaufwärts bis zur geschotterten Forststraße folgen, auf dieser nach links abbiegen, ca. 40 Meter nach der Waldwiese rechts auf den Waldweg abbiegen, die Fläche befindet sich nach ca. 120 Meter auf der rechten Seite
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