Musterbestände zum Waldumbau
Alternative Baumarten im Klimawandel
Foto: Michael Friedel
Baumarten wie Fichte, Kiefer und auch Buche, die heute den Hauptteil unserer Wälder ausmachen, kommen durch den Klimawandel zunehmend an ihre ökologischen Grenzen. Daher ist es wichtig, die Waldbestände möglichst frühzeitig an die sich ändernden Klimabedingungen anzupassen.
Prognosen sehen Klimaverschiebungen in den nächsten Jahrzehnten. Vereinfacht gesagt, könnten wir beispielsweise in 50 – 100 Jahren hier ein Klima vorfinden, dass dem aktuellen Klima in anderen Teilen der Erde ähnelt. Nachdem Bäume eine lange Lebensdauer haben, ist es bereits jetzt sinnvoll, so genannte Alternative Baumarten aus prognostizierten Klimazonen bei uns mit anzubauen.
Bayreuther Klimawald: Ein Ziel, viele Helfer – Klimawald Bayreuth
Ausgangslage
Waldbesitzer
Maßnahmenbeschreibung
In einem Kiefern-Fichten-Wald wurden auf etwa einem ha Fläche 11 klimastabile Baumarten grüppchenweise gepflanzt: Traubeneiche, Buche, Hainbuche, Winterlinde, Vogelkirsche, Elsbeere, Weißtanne, Douglasie, Baumhasel, Edelkastanie und Nordmanntanne. Zusätzlich samten sich Sandbirke, Vogelbeere, Bergahorn, Aspe, Fichte und Kiefer an.
Aus der ursprünglichen Idee der Studierenden, mit dem Klimawald einen Ausgleich für den Ausstoß von Treibhausgasen durch die vielen studienbedingten Reisen zu schaffen, hat sich mittlerweile eine eigene Systematik für den Umbau von Waldflächen etabliert. Mittlerweile kümmert sich ein ganzes Team von Studierenden um weitere Projekte. Unterstützt werden sie dabei von zahlreichen Vereinen und privaten Geldgeberinnen und Geldgebern.
Maßnahmenlogbuch
- 2018/2019 Durchforstung mit Kronenpflege im Altbestand:
Planmäßige Holzernte, um den Kronenschirm zurückzunehmen und so genügend lichte Bereiche für die geplante Pflanzung zu schaffen. - März 2019 Zaunbau: Schutz der Jungpflanzen vor Wildverbiss
- April 2019 Pflanzung: 11 Baumarten aufgeteilt auf 4.759 Pflanzen mit 245 freiwilligen Helfern
- Juli bis August 2019 Gießaktion wegen Dürre und Trockenheit: 3l Wasser/Pflanze
- Förderung: Wiederaufforstung 6.152 € (entspricht 1,30 € pro Pflanze)
Besonderheiten
Lageplan und Anfahrtbeschreibung
Koordinaten: WGS84: 49.92700, 11.54023
Gothendorf: Waldumbau mit der alternativen Baumart Küstentanne und der heimischen Buche
Ausgangslage
Deren Entwicklung kann hier begutachtet werden. Beide Baumarten haben sich schnell etabliert und sind zu einem vitalen und sehr wüchsigen Waldbestand herangewachsen.
Waldbesitzer
Maßnahmenbeschreibung
Deren Entwicklung kann hier begutachtet werden. Beide Baumarten haben sich schnell etabliert und sind zu einem vitalen und sehr wüchsigen Waldbestand herangewachsen.
Diese Fläche zeigt, dass bei einer Wiederaufforstungsmaßnahme zwei Baumarten kleinflächig gepflanzt werden können. Eine Einbringung von alternativen Baumarten ist sinnvoll, um mit einer Vielfalt an Baumarten zukünftigen Klimaveränderungen zu begegnen. Hier wird Bewährtes mit Neuem verbunden.
Die Fläche wurde 2018 durchforstet. Dabei wurden vor allem den vorwüchsigen und schön geformten Bäumen mehr Licht gegeben. Zusätzlich wurde ein Teil der Küstentannen geastet, damit astfreies und wert-volles Holz an die Stämme wächst.
Auf diesem Standort, einem lehmigen Sand, haben beide Baumarten gute Wachstumsbedingungen und sind daher eine gute Wahl.
Maßnahmenlogbuch
- 2001 Pflanzung: Küstentanne und Buche auf zwei Teilflächen
- 2018 Jungdurchforstung: Freistellung der vitalen, stabilen und klimatoleranten Bäume im Abstand von 8 bis 10 Metern (= Z-Bäume) durch Entnahme von ein bis zwei Nachbarn. Anschließend Astung der freigestellten Küstentannen (= Z-Bäume).
Besonderheiten
Im Vergleich zu unserer heimischen Weißtanne ist sie raschwüchsiger und verträgt Trockenheit und Hitze etwas besser. Gegenüber Schnee-bruch ist sie etwas anfälliger und verträgt nur wenig Schatten als junge Pflanze. Die Holzdichte ist geringer, sodass die Verwendungsmöglich-keiten eingeschränkt sind und sie nicht als Konstruktions-Bauholz wei-terverarbeitet werden kann.
Eine Alternative für die Tanne oder die Fichte ist sie nicht. Auf großer Fläche wird sie daher nicht empfohlen. Als klimatolerante Beimischung und Ergänzung zu unseren heimischen klimastabilen Baumarten, wie hier zur Buche, bereichert sie unsere Wälder.
Lageplan und Anfahrtsbeschreibung
Koordinaten: WGS84: 50.07050, 11.66786

