Musterbestände zum Waldumbau
Musterbestände zum Thema Naturverjüngung

Durch den Erhalt von Mischbaumarten, gezielter Durchforstung und einem der Örtlichkeit angepassten Jagdkonzept können teure und arbeitsaufwändige Pflanz- und Pflegemaßnahmen über die Naturverjüngung reduziert werden.

Auch die konsequente Pflege und Ergänzung von Fichtennaturverjüngung mit Mischbaumarten nutzt das natürliche Potenzial der Altbestände. Der Aufbau und der Erhalt von mischbaumartenreichen Jungbeständen erweitert nicht nur das spätere wirtschaftliche Handeln im Wald, sondern trägt auch zur Biodiversität und Klimastabilität bei.

Tiefenbach: Ergänzung von Naturverjüngung

Ausgangslage

Kleinstrukturierter Fichtenwald

Waldbesitzer

Matthias Krempe

Maßnahmenbeschreibung

In dem ca. 10 ha großen strukturreichen Wald kann man von Fichten-Altbeständen bis hin zu Pflanzungen von Elsbeere und Speierling die gesamte waldbauliche Palette bestaunen.
Eine besondere Augenweide sind die baumartenreichen Jungbestände. Waldpartien, die sich bereits natürlich mit Fichte verjüngt haben, sogenannte Naturverjüngung, wurden mit klimatoleranten Mischbaumarten wie Douglasie, Tanne, Lärche, Eiche, Buche, Ahorn, Elsbeere und Speierling konsequent ergänzt.
Die mischbaumartenreichen Naturverjüngungsbestände sind kontinuierlich gepflegt worden. Fichten, die das Kronen- und Dickenwachstum der Mischbaumarten beeinträchtigen, wurden immer wieder entnommen. Fichten, die keine Mischbäume bedrängen, dürfen weiter mitwachsen. Die Pflege solcher 4 bis 5 Meter hohen Beständen nennt man auch Jungbestandspflege. Durch diese früh beginnende und extensive Pflege entstehen klimastabile und artenreiche Mischwälder aus verschiedenen Nadelholz- und Laubholzarten. Sollte durch Schadereignisse, wie den starken Befall mit Fichtenborkenkäfer, eine Baumart ausfallen, bleiben noch genügend andere übrig mit denen man weiter wirtschaften kann. Zudem sorgt der Baumartenreichtum dafür, dass sich verschieden Tier-, Pilz- und Pflanzenarten etablieren, welche wiederum das Baumwachstum unterstützen. Ein symbiotischer Kreislauf entsteht.

Maßnahmenlogbuch

  • 2009: Pflanzung von 400 Bergahornen, 400 Eschen und 300 Rotbuchen
  • 2011: Nachbesserung nach Eschen - Ausfall: 550 Spitzahorne
  • 2013: Jungbestandspflege baumartenreicher Jungbestände (Tanne, Douglasie, Eiche, Bergahorn)
  • 2018: Pflege der baumartenreichen Naturverjüngung (u.a. Fichte, Douglasie, Tanne, Lärche, Eiche, Buche, Bergahorn)
  • 2019: Astung der Laubhölzer in den Jungbestandpflegebeständen
  • 2021: Pflanzung von 45 Elsbeeren, 45 Kirschen und 30 Speierlingen

Besonderheiten

Es wurden bereits Laubhölzer in den Jungbeständen geastet, um geradschaftiges und astfreies Stammholz zu erzeugen. Dieses Stammholz kann bei ausreichendem Stammdurchmesser für edle Schreiner- oder Furnierarbeiten verwendet werden.
Die Astung ist ein geeignetes Verfahren, um Wertholz zu erzeugen. Sie sollte allerdings nicht von Laien durchgeführt werden. Lassen Sie sich von Ihrem Förster oder Ihrer Försterin vor Ort beraten, wenn Sie mehr über die Astung von Bäumen in Ihrem Wald in Erfahrung bringen wollen.

Lageplan und Anfahrtsbeschreibung

Zwischen Sparneck und Weißdorf (Richtung Weißdorf) an der dritten Weggabel parken. Dem Weg am Tiefenbach etwa 750 Meter weit folgen, bis die erste Wegeabzweigung nach rechts kommt.

BayernAtlas WGS84: 50.17135, 11.85235 Externer Link

Weidenhofer Forst: Potenzial der Naturverjüngung

Ausgangslage

Ca. 80- bis 100-jähriger Mischbestand aus Fichte, Kiefer und Lärche mit einzelnen Birken- und Buchengruppen.
Ziel des Waldbesitzers: Ungleichartiger Mischbestand aus Fichte, Kiefer, Lärche, Weißtanne mit Beimischung aller sich selbst verjüngenden Laubbaumarten.

Waldbesitzer

Maximilian Freiherr von Waldenfels

Maßnahmenbeschreibung

In den Wäldern der Familie von Waldenfels samt sich Ahorn, Buche, Birke, Eiche, Fichte, Kiefer, Lärche und Vogelbeere natürlich an.
Seit Jahrzehnten werden die Wälder der Familie von Waldenfels kontinuierlich durchforstet. Bei der Durchforstung wird neben der Stabilität, Vitalität, und Qualität der zu erhaltenden Bäume auch darauf geachtet, dass Mischbaumarten wie Lärche, Kiefer oder Buche als Samenbäume erhalten bleiben und weiterwachsen können.
Diese Mischbaumarten können sich natürlich ansamen und ergeben sowohl eine ökonomische als auch ökologische Ergänzung neben der Hauptbaumart Fichte. Der Erhalt von Mischbaumarten ist immer lohnend. Einige wenige Mischbäume reichen aus, um die Baumartenvielfalt der nächsten Waldgeneration natürlich zu erweitern. Vögel wie der Eichelhäher verstecken die Samen vieler Bäume, was zu einer natürlichen Verbreitung beiträgt.
Wo sich neben der Fichte keine weiteren Baumarten in der Verjüngung angesamt haben, wurden durch die sogenannte Ergänzungspflanzung weitere Baumarten wie Douglasie, Tanne oder Buche eingebracht. Diese Schattbaumarten haben den Vorteil, dass sie unter einem Alt-Fichten-Schirm schneller als die Fichten-Naturverjüngung wachsen können, da ihr Lichtanspruch deutlich geringer ist als der der Fichte.

Maßnahmenlogbuch

  • Ende der 80er Jahre: Anlage von Rückegassen mit wiederkehrender Durchforstung (ca. alle 5 Jahre). Dabei Erhalt und Pflege aller Mischbaumarten, nicht nur Fichte. Entnahme pro Eingriff ca. 60 bis 70 Festmeter/ha. Durchforstungen geschehen ausschließlich mit dem Harvester.
  • 2006: Beginn der Pflanzung von etwa 300 Weißtannen ohne Schutzmaßnahmen in knöchel- bis wadenhohe Fichten Naturverjüngung nach jedem Durchforstungshieb.
  • 2008: Pflanzung von 4.000 Rotbuchen auf ca. 2 Hektar nach Auflichtung durch Kyrillschaden
  • 2020: Pflanzung von Douglasien ohne Schutz
  • 2020: Errichtung und Enthüllung des „Nußgackeldenkmals“ (= Eichelhäherdenkmal) zur Würdigung der Leistungen des Geschöpfes für den Waldumbau.

Besonderheiten

Jagd: Das Waldgebiet liegt in einem Eigenjagdrevier, in welchem der jährliche Rehwildabschuss fast ausschließlich durch zwei Drückjagden erledigt wird. Diese extensive Form der Bejagung hat mehrere Vorteile. Das Wild wird nur an wenigen Tagen im Jahr beunruhigt und kann sich dadurch stressfrei in den Wäldern bewegen. Durch die konsequente und nachhaltige Bejagung können sich sämtliche Mischbaumarten natürlich verjüngen und müssen nicht durch arbeits- und zeitintensive Schutzmaßnahmen gesichert werden. Das Potenzial der natürlichen Verjüngung aller Baumarten kann daher im Einklang mit dem Schalenwild voll ausgeschöpft werden.
Pflege unter Schirm: Eine konsequente und zielgerichtete Durchforstung hat nicht nur den Vorteil, dass nachhaltig Holz eingeschlagen und vermarktet werden kann. Das Wachstum der umliegenden nicht geernteten Bäume wird gefördert, da der freigewordene Platz, der sogenannte Standraum, von den übrigen Waldbäumen für das Kronen- und Dickenwachstum genutzt werden kann. Weiterhin fällt aufgrund der Stammzahlreduktion bei durchforsteten Wäldern mehr Licht auf den Waldboden, wodurch die dort befindlichen Samen der Altbäume leichter auskeimen und sich entwickeln können. Die neue Waldgeneration wächst frühzeitig heran.

Lageplan und Anfahrtsbeschreibung

Am Waldparkplatz „Weidenhofer Forst“ zwischen Grafenreuth und Röthenbach (Richtung Röthenbach) parken. Naturverjüngungsflächen befinden sich im gesamten Weidenhofer Forst.

BayernAtlas WGS84: 50.05856, 12.12953 Externer Link

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