Kooperationsprojekt in der Region Bayreuth gestartet
Kitas retten Lebensmittel

Grafische Darstellung von Lebensmitteln, die in Tonne fallen

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Das Projekt "Kitas retten Lebensmittel" will identifizieren, wie viele Lebensmittelabfälle in Kitas anfallen und wo Einsparpotenziale sind.

Rund elf Millionen Tonnen Lebensmittelabfälle entstehen in Deutschland jedes Jahr entlang der Versorgungskette. Die gute Nachricht: Die Außer-Haus-Verpflegung birgt ein großes Potenzial, diese Menge zu reduzieren. Laut dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft können allein hier 30 bis 50 % der Lebensmittelabfälle eingespart werden.
Auf Basis dessen findet das Projekt "Kitas retten Lebensmittel" in der Region Bayreuth statt. Es widmet sich folgenden Fragestellungen: Wie viele Lebensmittel werden in Kitatagesstätten entsorgt? Und wie könnte diese Menge verringert werden?

Beteiligte

Das möchte das Sachgebiet Gemeinschaftsverpflegung mit der Vernetzungsstelle Kita- und Schulverpflegung Oberfranken gemeinsam mit dem Klimaschutzmanagement der Stadt Bayreuth und des Landkreises Bayreuth sowie dem Kompetenzzentrum für Ernährung (KErn) mit den Einrichtungen bearbeiten und umsetzen!

Auftaktveranstaltung
Der Startschuss für dieses Kooperationsprojekt ist am 4. Oktober 2023 im Rathaus der Stadt Bayreuth mit einer Auftaktveranstaltung gefallen, in der das Projekt den beteiligten Kitas genau vorgestellt wurde.

Lebensmittelverschwendung ist eine globale Herausforderung. Jährlich landen Tonnen von Lebensmitteln auf dem Müll, während gleichzeitig Millionen von Menschen weltweit Hunger leiden. "Diese Diskrepanz ist sowohl ethisch als auch ökologisch bedenklich. Denn die Produktion und Entsorgung von Lebensmitteln verursacht außerdem einen erheblichen Treibhausgas-Ausstoß und belastet damit Umwelt und Klima", erklärte Oberbürgermeister Thomas Ebersberger, der den Projektauftakt begleitete und sich noch an Zeiten erinnern könne, als Lebensmittel noch nicht im Überfluss zur Verfügung standen und eine andere Wertschätzung erhielten als heute.
Teilnehmende Kitas

Diese Wertschätzung wieder zu vermitteln, Abfälle und Kosten einzusparen – das haben sich insgesamt fünf Kindertagesstätten für die nächsten Wochen auf die Fahnen geschrieben. Mit dabei beim Projekt sind die evangelischen Kitas Heinersreuth, Saas und "Sonnenschein" in Bindlach, die evangelische Kita "Fantaisie" in Donndorf und das Kinderzentrum "Bergzwerg", ebenfalls in Bindlach.

Resteeimer mit Infomaterialien
Zwei Phasen
In diesem Projekt wird es zwei Erfassungsperioden von jeweils zwei Wochen geben - im Oktober und im Januar. In diesen zwei Wochen messen die Einrichtungen die Lebensmittelabfälle. Hierfür bekommen sie die nötigen Hilfsmittel gestellt (darunter skalierter durchsichtiger Eimer und Erfassungsbogen). Das KErn bzw. das AELF Bayreuth-Münchberg werten die Daten aus. Die notwendigen Materialien erhielten die Kitas bei der Auftaktveranstaltung.
Nach der ersten Erfassungsperiode werden die Ergebnisse am 22. November in einem Online-Workshop thematisiert.

Gemeinsam sollen die Hauptursachen der Lebensmittelabfälle diskutiert und Maßnahmen zur Verminderung der Abfälle abgeleitet werden. Ziel ist, Kosten zu sparen und die Kinder zu sensibilisieren.
In der zweiten Erfassungsphase im Januar werden die Wirkungen der Lösungsstrategien überprüft. Inwieweit mit den Maßnahmen die Menge an Lebensmittelabfällen reduziert werden konnte, wollen wir zusammen mit den Einrichtungen in einer gemeinsamen Abschlussveranstaltung am 20. Februar 2024 vorstellen.

Online-Workshop "Kitas retten Lebensmittel"
Der Online-Workshop "Kitas retten Lebensmittel" am 22. November 2023, 15:00 Uhr bis 17:00 Uhr, steht allen Kitas in Oberfranken unabhängig von Ihrer Projektteilnahme offen. Für diese Kitas ist eine Anmeldung erforderlich.

Hintergrundinformationen
Kindertagesstätten nehmen eine Schlüsselrolle ein, wenn es um Lebensmittelabfälle geht: Die durchschnittliche Abfallquote beträgt 19 %. Das heißt, Kitas haben enormes Potenzial, Lebensmittabfälle einzusparen. Die Ursachen sind meist sehr unterschiedlich und individuell. Es gibt kein einheitliches Lösungskonzept. Um Lösungsstrategien zu finden, bedarf es einer einrichtungsorientierten Betrachtung der Abläufe, Versorgungsstrukturen und Mahlzeiten. Neben dem bewussteren Umgang mit Lebensmitteln bringt auch die Reduktion von Lebensmittelabfällen viele Vorteile mit sich: Es können sowohl Lebensmittel und Entsorgung als auch Arbeitszeit, Strom und Wasser eingespart werden.